Was ist Radon?

Das natürlich vorkommende Edelgas Radon entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran und ist selbst radioaktiv. Es ist geruch-, farb- und geschmacklos. Radon bildet den größten Beitrag zur durchschnittlichen Strahlenbelastung des Menschen und ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

 

Was ist Radon?

Da Uran in nahezu allen Böden vorkommt, wird auch überall Radon gebildet. Als Gas kann es mit der Bodenluft durch Spalten und Risse im Fundament in die Raumluft gelangen.

Unter ungünstigen Umständen kann eine Radonkonzentration entstehen, die eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die Bewohner darstellt. Da Radon nur dann zum Problem wird, wenn es zur Anreicherung in der Innenraumluft in Gebäuden kommt, handelt es sich um einen technologisch bedingten Innenraumschadstoff.

Im Freien kommt es im Allgemeinen zu einer starken Verdünnung, so dass keine bedenklichen Radonkonzentrationen entstehen.

 

 

 

 

Radon - Auswirkung auf die Gesundheit

Radon bildet den größten Beitrag zur durchschnittlichen Strahlenbelastung des Menschen und ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

Radon und seine Fol­ge­pro­duk­te ge­lan­gen durch die At­mung in die Lunge. Radon als Edel­gas wird rasch wie­der aus­ge­at­met. Die Ra­don­fol­ge­pro­duk­te je­doch, die über­wie­gend an in der Luft be­find­li­chen Teil­chen an­ge­la­gert sind, blei­ben in den feuch­ten Atem­we­gen haf­ten. Vor allem durch die beim Zer­fall frei­wer­den­de en­er­gie­rei­che Al­pha-Strah­lung der Ra­don­fol­ge­pro­duk­te wer­den die obe­ren Zell­schich­ten des Lun­gen­ge­we­bes ge­schä­digt, was lang­fris­tig ein er­höh­tes Lun­gen­krebs­ri­si­ko be­deu­tet. Das Lun­gen­krebs­ri­si­ko ist umso grö­ßer, je höher die Ra­don­kon­zen­tra­ti­on in der Atem­luft ist.

Radon wurde 1988 vom in­ter­na­tio­na­len Krebs­for­schungs­zen­trum (In­ter­na­tio­nal Agen­cy for Re­se­arch on Can­cer, IARC) der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO), als Kar­zi­no­gen für den Men­schen ein­ge­stuft.

In Ös­ter­reich wer­den ca. 10 Pro­zent der Lun­gen­krebs­fäl­le (das sind etwa 400 Fälle pro Jahr) durch Radon und seine Fol­ge­pro­duk­te ver­ur­sacht.

Weitere Information

Seit den 80iger Jahren wurden in Europa, Nordamerika und China mehr als 20 große epidemiologische Studien durchgeführt, die das Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnungen direkt untersuchten. Die größte und aussagekräftigste Studie ist die 2005 publizierte gemeinsame Auswertung von 13 europäischen Studien von Darby. Die Studie brachte folgende Ergebnisse: Nach den vorliegenden Befunden ist Radon in Wohnungen als kausale Ursache von Lungenkrebs bei Rauchern und Nichtrauchern anzusehen. Das Lungenkrebsrisiko erhöht sich proportional mit steigender Radonkonzentration. Der Expositions-Wirkungs-Zusammenhang ist annähernd linear ohne Hinweis auf einen Schwellenwert. In der gemeinsamen europäischen Auswertung wurde eine grobe Abschätzung des Anteils der durch Radon in Wohnungen verursachten Lungenkrebstodesfälle in Europa vorgenommen. Nach UNSCEAR 2000 beträgt der Mittelwert der Radonkonzentration in Wohnungen in der Europäischen Union etwa 60 Bq/m³. Geht man von einem linearen Risikoanstieg von 16 % pro 100 Bq/m³ aus, so verursacht Radon in Wohnungen in Europa 9 % aller Lungenkrebstodesfälle und 2 % aller Krebstodesfälle. Absolut gesehen heißt dies, dass ca. 20.000 Lungenkrebstote pro Jahr in der Europäischen Union durch Radon verursacht werden.

Veröffentlicht am 24.11.2015, Abteilung I/7 - Strahlenschutz