100. Sitzung der Österreichischen Staubeckenkommission

Herr Bundesminister Andrä Rupprechter besuchte die Österreichische Staubeckenkommission, die bereits zum 100. Mal im November 2017 abgehalten wurde.

 

Sie steht unter der Leitung der Vorsitzenden Frau Sektionschefin Dipl-Ing.in Maria PATEK MBA und dem Geschäftsführer und Vertreter der Vorsitzenden Herrn Ministerialrat Dipl.-Ing. Helmut CZERNY im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft und hat die Aufgabe die Sicherheit aktueller Projekte von Stauanlagen zu beurteilen.

 

Gegenstand der diesjährigen Sitzung war unter anderem die Vorstellung eines großen Hochwasserrückhaltebeckens in Leoben, sowie die Beschlussfassung betreffend die Beschneiungsspeicher Dias II in Tirol und Schafberg II in Vorarlberg.

 

Frau Sektionschefin Dipl-Ing.in Maria PATEK MBA betonte die Wichtigkeit der Staubeckenkommission im Interesse der öffentlichen Sicherheit.

 

„Im Herzen Europas liegend, ist Österreich im weltweiten Vergleich ein sehr sicheres und wirtschaftlich leistungsfähiges Land. Dank strenger Vorgaben, leistet die Österreichische Staubeckenkommission in diesem Zusammenhang nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Kulturraums, sondern stellt damit auch eine nachhaltige Energiepolitik und Österreich als hochwertigen Wirtschaftsstandort sicher“, erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter.

 

Der Bruch des Hochwasserrückhaltebeckens „Weisse Desse“ im heutigen Tschechien (damals k&k Monarchie) war 1918 das ausschlaggebende Ereignis zur Bildung der damals sogenannten „Kommission für Staubeckenanlagen“ und sollte solche Unfälle in Zukunft verhindern. Durch die Umgestaltung der Energiepolitik, kam es in den 1980er Jahren zu einem Rückgang des Wasserkraftausbaus und somit zu einer Verlagerung der Schwerpunkte auf die Erweiterungen und Sanierungen der Stauanlagen. Mit Beginn der 1990er Jahre hat dann auf Grund der Erkenntnisse aus einigen markanten Hochwässern die Errichtung von großen Hochwasserrückhaltebecken eingesetzt, die auf Grund ihrer Größe durch die Staubeckenkommission geprüft werden mussten. Auch die Prüfung von großen Beschneiungsspeichern ist heute ein Schwerpunkt der Tätigkeit der Kommission. Diese Beurteilungen von neuen Stauanlagen sowie die laufende Überwachung von bestehenden Speichern leisten hiermit einen entscheidenden Beitrag, denn so wurde seit nun fast 100 Jahren in Österreich kein Talsperrenunfall mehr verzeichnet.

 

Die Österreichische Staubeckenkommission ist ein Pool von Fachleuten aus Wirtschaft, von Universitäten sowie von Ingenieurkonsulenten aus allen Fachgebieten des Talsperrenbaues.

Dabei steht die Gewährleistung der Sicherheit der Stauanlagen, trotz stetig wechselnder Aufgabenbereiche, unverändert an erster Stelle und bestätigt im internationalen Vergleich die hohen Standards der österreichischen Sicherheitssysteme.

 

 

Veröffentlicht am 17.11.2017, Anlagenbezogene Wasserwirtschaft (Abteilung IV/5)