Insgesamt 70,3 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Bei der 74. KOSI (Kommissionsitzung für die Wasserwirtschaft) wurden für den Hochwasserschutz 80 Projekte mit einem Bundesförderungsanteil von 43,5 Mio. € genehmigt.

Hochwasserschutzprojekt Zeller Becken

Das Hochwasserschutzprojekt Zeller Becken ist eines der größten Schutzprojekte im Land Salzburg. Das Projektgebiet beinhaltet die Gemeinden Kaprun, Piesendorf, Bruck an der Glocknerstraße und die Stadtgemeinde Zell am See. Durch die geplanten Aufweitungen entlang der Salzach und die Optimierung der bestehenden Retentionsräume ist dieses Projekt auch ökologisch eine Aufwertung und kann sich zu einem Naherholungsgebiet der beteiligten Gemeinden entwickeln.

Die wesentlichen Ziele dieses Projektes sind:

  • Verbesserung des Wasserhaushaltes und Schutz gegen Hochwasser sowie Sicherung und Verbesserung des ökologischen Zustands (Förderrichtlinien)
  • Eingriffe in das Abflussgeschehen und Landschaft sollen auf ein Minimum beschränkt werden
  • Bestehenden Retentionsräume sollen optimal genutzt werden
  • Die in das Ortsgebiet von Bruck abgegebene Hochwasserwelle darf sich gegenüber dem Bestand – vor allem hinsichtlich des Spitzenabflusses - nicht ändern
  • Der Zeller See ist weiterhin auch ein wesentlicher Bestandteil des Hochwasserschutzkonzeptes
  • Optimiertes Hochwassermanagement

Die Optimierung von bestehenden Retentionsräumen verbunden mit einer langen Aufweitung (3,5 km) der Salzach stellen nicht nur den nötigten Hochwasserschutz sicher sondern bereichern dieses Projekt auch in ökologischer Hinsicht. Technische Bauwerke werden auf ein Minimum reduziert. Somit kann sich der Hochwasserschutz elegant in die Natur integrieren.

Die Projektkosten belaufen sich auf 22,000.000 €. Davon werden 84 % vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft getragen.

Bauzeit: 2017 – 2020

Drau/Lavant, Marktgemeinde Lavant, Bauvorhaben  Hochwasserschutz Lavamünd

Im November 2012 wurde der Ortsbereich von Lavamünd durch ein Hochwasserereignis der Drau massiv überflutet. Der betroffene Ortsbereich von Lavamünd liegt linksufrig direkt an der Drau im Unterwasserbereich der Wehranlage Kraftwerk Lavamünd. Im Ortszentrum mündet linksufrig die Lavant in die Drau.

Das Ausmaß dieser  Überflutungen  entsprach ca. einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Dieses Hochwasser stellt somit in seinen Auswirkungen in etwa das Bemessungsereignis dar.

Der Entwurf des Gefahrenzonenplanes im Ortsbereich von Lavamünd zeigt, dass große Teile des bestehenden Siedlungsgebietes innerhalb der Roten und Gelben Gefahrenzonen  liegen.

Projektziel der Gemeinde Lavamünd in enger Abstimmung mit allen Zuständigen Fachstellen, Anrainern und sonstigen Beteiligten ist ein 100-jählicher Hochwasserschutz am Zusammenfluss von Drau und Lavant.

Im Generellen Projekt zum Hochwasserschutz in Lavamünd hat sich gezeigt, dass Linearmaßnahmen entlang der Gewässerufer und über weite Strecken Hochwasserschutzmauern aus Beton errichtet werden müssen. Große Mauerhöhen werden in  einzelne Abschnitte mit Glaselementen versehen. Diese werden dort angebrachte, wo die Sichtachsen der Anrainer durch die Hochwasserschutzmauern stark eingeschränkt werden. In anderen Abschnitten der neuen Hochwassermauer wird ein Radweg angelegt.

Die ökologisch vorgesehenen Strukturierungsmaßnahmen nehmen Rücksicht die Lebensraumansprüche der wertbestimmenden Tierarten (insbesondere Würfelnatter und Fische).Von den Maßnahmen können aber natürlich auch andere Arten profitieren.

Entlang der neu errichteten Ufermauern an der Drau und an der Lavant sind bermenartige, rau verlegte Blocksteinschlichtungen vorgesehen. Dazu werden die zur flussseitigen Sicherung der temporären Baustraße eingesetzten Wasserbausteine verwendet.

Durch die Errichtung der neuen Uferschutzmauern um den Ortskern von Lavamünd, welche dicht in den Felsuntergrund eingebunden werden, ist eine Entwässerung im freien Gefälle über die Uferböschungen künftig nicht mehr möglich.  Daher sind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der bestehenden Entwässerungseinrichtungen und zur Kommunikation des Grundwasserkörpers mit der Drau erforderlich.

Die Gesamtkosten für die Umsetzung des Hochwasserschutzprojektes Lavamünd betragen rund 17,5 Mio. € (Preisbasis 2016). Ein Sonderbeitrag in der Höhe von 600.000 € wird von der Verbund Hydro Power zur Verfügung gestellt.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft übernimmt ca. 80 % der Projektkosten.

Bauzeit: 2017 - 2021   

Projektname/Maßnahme: Rußbach Wasserverband, Dämme – Anpassung an den Stand der Technik, Abs. Haringsee bis Pillichsdorf

In der Studie wurden Abschnitte von Hochwasserschutzdämmen im Bereich des Rußbaches ausgewiesen, die bei Versagen der Schutzfunktion im Hochwasserfall eine Gefährdung des angrenzenden Siedlungsgebietes darstellen. Eine weitere Untersuchung zeigte zusätzlich Mängel in der Verdichtung der Dämme. Eine weitere Gefahrenquelle entsteht durch den angesiedelten Biber im Rußbach.

Die Projektkosten belaufen sich auf 3,000.000 €. Davon werden 33,33 % vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft getragen.

Bauzeit: 2017 – 2021

Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya, KG Altwaidhofen, Rückhaltebecken

Durch die Errichtung von zwei Rückhaltebecken wird entlang der innerörtlichen Fließstrecke des Kaltenbaches sowie im Ortsteil Sandgrube, in der KG Altwaidhofen ein Schutzgrad vor  einem100-jährlichen Hochwasserabfluss angestrebt. Vorgesehen ist die Errichtung eines Rückhaltebeckens am Kaltenbach mit einem Volumen von 75.000 m³ und eines oberhalb des Ortsteiles Sandgrube mit einem Volumen von 4.600 m³. Die Retentionsanlagen werden als Damm/Beckenkombination ausgeführt, wobei als Stützkörper für den Rückhaltedamm beim Kaltenbach, der Straßendamm der LB5 verwendet wird, auf dem eine Dichtschicht aufgebracht wird. Der 100-jährliche Hochwasserabfluss am Kaltenbach wird von 25,2 m³/s auf 10,06 m³/s und beim Ortsteil Sandgrube von 2,79 m³/s auf 0,30 m³/s gedrosselt. Das Einzugsgebiet beträgt rd. 13,50 km² bzw. rd. 0,35 km². Für die gegenständliche Maßnahme wurde ein Nutzen - Kostenverhältnis von 1,29 ermittelt.

Die Projektkosten belaufen sich auf 1.778.000 €. Davon werden 49,9 % vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft getragen.

Bauzeit: 2017 – 2018

 

 

 

Veröffentlicht am 03.04.2017, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung IV/6)