58 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Bei der 73. KOSI (Kommissionsitzung für die Wasserwirtschaft) wurden für den Hochwasserschutz 438 Projekte mit einer Bundesförderung von 34,2 Mio. € genehmigt.

 

Nachstehende werden zwei Projekte angeführt, die nun umgesetzt werden können:

Kainach, Hochwasserschutz Voitsberg, 3. BA

Im Rahmen der in den Jahren 2010–2012 an der Kainach durchgeführten 2D-Abflussuntersuchung stellte sich heraus, dass flussaufwärts des ehemaligen ÖDK-Geländes die Kainach linksufrig austritt und sich ein Vorlandstrom bildet, der sich über die Conrad von Hötzendorfstraße bis in das Stadtzentrum von Voitsberg ausbreitet. Obwohl die Kainach vor ca. 35 Jahren auf ein damaliges HQ100 ausgebaut wurde, ist das Abfuhrvermögen für ein hundertjährliches Hochwasser nicht mehr gegeben. Grund dafür ist, dass sich Extremwerte verändert haben und der hydraulische Abflussquerschnitt durch Bewuchs entsprechend eingeengt und rauer geworden ist. Angesichts dieser Hochwassergefährdung wurde im Juni 2013 mit der Planung dieses Hochwasserschutzprojektes begonnen. Das gegenständliche Projekt schließt an die bereits errichteten Bauabschnitte 01 und 02 im Gemeindegebiet von Voitsberg an.

Im Zuge des Projektes werden mit Hilfe von Linearmaßnahmen, bestehend aus Hochwasserschutzdämme und –mauern, auf einer Gewässerlänge von rund 1,54 km und der Erneuerung von 3 Brücken ca. 280 Objekte hochwasserfreigestellt. Durch die projektierten Maßnahmen werden außerdem ungefähr 2975 betroffene Bewohner von hundertjährlichen Hochwässern geschützt.

Zusätzlich dazu wird durch Aufweitungen, Sohlstrukturierung und anderen ökologischen Maßnahmen, wie der Entfernung von unpassierbaren Sohlstufen, der Lebensraum Kainach im Projektgebiet für die Flora und Fauna sowie dort heimische Lebewesen bedeutend aufgewertet.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf  3,957.000 €, davon werden vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 3,351.579 € übernommen. Die Bauarbeiten sollen 2017 abgeschlossen sein.

Seeache, Hochwasserschutz Achenkirch

Das Bauvorhaben bezieht sich auf die Verbauung der Seeache von Bach-km 13,528 (Baulosanfang) bis zu Bach-km 14,433 oberhalb der Auerbrücke (Baulosende).

Durch die geplanten Maßnahmen sind berührt:

Die Seeache beginnt als natürlicher Abfluss vom Achensee und verläuft nach Norden in den Sylvenstein – Stausee und weiter zur Isar.

Zweck der Maßnahmen sind Schutzwasserbau und Gewässerentwicklung:

  • Aus wasserbautechnischer Sicht besteht der vorrangige Zweck der Maßnahmen im Hochwasserschutz und der sicheren Hochwasserabfuhr bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis.
  • Aus gewässerökologischer Sicht sollen folgende Zielsetzungen im Zusammenhang mit dem Regulierungsprojekt verwirklicht werden:

Erhöhung der potentiell benetzbaren Fläche, Erhöhung der für verzweigte Flussläufe charakteristischen Choriotopsvielfalt. Bessere Verzahnung des Gewässers mit dem Umland und Initialisierung der Entwicklung einer charakteristischen Vegetationsabfolge. Eine wesentliche Planungsgrundlage bildet der gültige Gefahrenzonenplan der Seeache, Bearbeitung 1997. Das derzeitige Bachbett der Seeache weist Abschnitte mit sehr frühem Ausuferungsbeginn auf. Dies zeigt sich einerseits bei sehr frühem und hohem Schadenspotenzial und andererseits in einer absoluten Wirtschaftlichkeit der Verbauungsmaßnahmen. Zur Ausführung kommen Uferdeckwerke aus schweren Bruchsteinen und abschnittsweise steinverkleidete Ufermauern. Durch die beengten Platzverhältnisse im Bereich der parallel verlaufenden Achensee Straße und Gemeindestraße kann ein ausreichend großes Bachbett nur durch den Einsatz der Ufermauern erreicht werden.

Aus hydromorphologischer Sicht gelingen Verbesserungen durch eine nahezu durchgehende Aufweitung des Gewässerquerschnittes, durch die Anlage von gewässertypspezifischen Teillebensräumen (wie Seitenarmstrukturen, Prall-Gleituferabschnitte, usw.), durch die Fischpassierbare Anbindung von Seitengewässern (Staudenbach) und durch die Sicherung der Durchgängigkeit. Damit erfolgt ein wesentlicher Sanierungsschritt im Sinne der stufenweisen Zielerreichung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes. Durch die geplanten Maßnahmen kann das Gefährdungspotenzial bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis auf ein zu respektierendes Restrisiko gesenkt und mit der Erhaltung von Betrieben und Arbeitsplätzen eine wirtschaftliche Standortsicherung sowie Erhöhung der Lebensqualität erreicht werden.

Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 5,780.000 €, davon werden 40,6% vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft getragen.

 

Veröffentlicht am 30.11.2016, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung IV/6)