Hochwasserschutz für Bad Radkersburg

Feierlichkeiten 60 Jahre Murabkommen und 25 Jahre Ständige österreichisch-slowenische Kommission für die Mur

Das Projekt Hochwasserschutz Bad Radkersburg und Gornja Radgona

(Bad Radkersburg, 5. Juli 2016) Um den Hochwasserschutz an der österreich-slowenischen Grenze in Bad Radkersburg / Gornja Radgona  zu verbessern, entschloss man sich auf Basis ausführlicher Planungen für die Sanierung des bestehenden Schutzdammes auf österreichischer Seite. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes wir der Damm erhöht und eine Dichtwand eingebaut.  Die Arbeiten beginnen im Juli 2016 und werden im Herbst 2017 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für die Dammsanierung betragen  7,5 Millionen Euro  und werden zu 98,5 % vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und zu 1,5% von den Gemeinden Bad Radkersburg und Halbenrain getragen. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurde durch Dipl. Ing. Wilfried Schimon, Leiter der Sektion Wasserwirtschaft, vertreten. Für das slowenische Ministerium für Umwelt und Raum nahm Frau Mateja Tavčar, stellvertretende Generaldirektorin für Wasser und Investitionen an der feierlichen Eröffnung teil.

Nach dem katastrophalen Hochwasserereignis im Jahre 1965 begannen Planungen für einen Hochwasserschutz für die Gemeinden Radkersburg und Halbenrain. Die Bauarbeiten für den rund 10 km langen Schutzdamm wurden dann im Juli 1976 – also vor 40 Jahren - abgeschlossen. Im Jahr 2000 haben neue Berechnungen ergeben, dass nach heutigen Kriterien der Schutz gegen ein 100-jährliches Hochwasser nicht mehr vorhanden ist. Der Damm ist auch an mehreren Stellen durchlässig - somit besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Eine Studie der Technischen Universität Graz errechnete ein Schadenspotential von rd. 65 Mio. € bei einem Überströmen oder Versagen des Hochwasserdammes.

Auf slowenischer Seite wird zeitgleich die bestehende Hochwasserschutzmauer in Gornja Radgona saniert und erhöht. Damit ist sichergestellt, dass beide Städte in gleichem Ausmaß vor den Hochwässern der Mur geschützt sind.

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft

Anlässlich der Spatenstichfeier werden auch zwei Jubiläen gefeiert – 60 Jahre Murabkommen und 25 Jahre Ständige österreichisch – slowenische Kommission für die Mur.

Die Murkommission

Zwischen Österreich und den Nachbarstaaten gibt es viele wasserwirtschaftlich Themen zu koordinieren. Die Themen umfassen den ausreichenden Schutz vor Naturgefahren, wie zum Beispiel die Dammsanierung Bad Radkersburg und Gornja Radgona, der heute feierlich eröffnet wird, die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Mur, die grenzüberschreitende Hochwasserprognose, Übungen zum Katastrophenschutz und die vieles mehr.  Neben Österreich und Slowenien beteiligen sich auch Ungarn und Kroatien an diesen Aktivitäten.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an der Mur feiert heuer mehrere Jubiläen – 90, 60 und 25 Jahre.

Bereits 1926 gab es das erste Übereinkommen für eine Zusammenarbeit an der Mur zwischen dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) und der Republik Österreich (Marburger Vertrag). Im Jahr 1956 wurde dann das „Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über wasserwirtschaftliche Fragen der Mur-Grenzstrecke und der Mur-Grenzgewässer“ geschlossen, das auch von Österreich und Slowenien weiter angewendet wird. Die konkreten Arbeiten zur wasserwirtschaftlichen Koordination erfolgen durch die Ständige Österreichisch-Slowenische Kommission für die Mur. Dieses Jahr hält die Murkommisson ihre 25. Tagung in Ljubljana ab.

 

Veröffentlicht am 01.07.2016, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung IV/3)