Neue Fischaufstiegshilfe Nußdorf

Am 4. April wurde die Fischaufstiegshilfe in Nußdorf feierlich eröffnet. Die beiden Gewässerlebensräume Donaukanal und Donau sind nun wieder miteinander dauerhaft verbunden und für Fische durchgängig gemacht.

Das Wehr Nußdorf wurde 1899 als Hochwasserschutzbau für die Stadt Wien errichtet und wurde in seiner jetzigen Form 1975 modernisiert. Seit über 10 Jahren liefert das Kleinkraftwerk Nußdorf Energie für Wiens Bevölkerung. Aufgrund des Wehrs und des Kraftwerks Nußdorf konnten Fische nicht mehr vom Donaukanal in die Donau wandern. Die Fischaufstiegshilfe Nußdorf hat diese Barriere beseitigt und die beiden Lebensräume verbunden.

Die neue Fischaufstiegshilfe kombiniert zwei Arten von Aufstiegshilfen: ein Betongerinne mit aneinander gereihten Becken („vertical slot“ oder auch „Schlitzpass“)  im Unterwasser der Staustufe und ein offenes Gerinne mit naturnahen Böschungen im Oberwasser der Staustufe. Zudem führt die Aufstiegshilfe unter der 1898 errichteten Schemerlbrücke hindurch und verläuft somit teilweise sogar unterirdisch.

Über den Weg der Fischaufstiegshilfe Nußdorf werden Fische in Zukunft einen Höhenunterschied von rund 3,6 Meter überwinden. Auf einer Länge von ca. 320 Meter wurden insgesamt 37 Wanderbecken errichtet.

Die Wiederherstellung der Fischpassierbarkeit erfolgte gemäß den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie und des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans. Die Planung orientierte sich eng am Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen für die Donauleitfischart Wels.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unterstützt mit rund 2,5 Mio. Euro das Projekt der Fischaufstiegshilfe Nußdorf und es hat maßgeblich die Finanzierung dieser Maßnahme ermöglicht.

Veröffentlicht am 30.03.2017, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung IV/7)