Naturnaher Rückbau von Gewässern in Wien - die Liesing und der Gütenbach

Ursprünglich schlängelte sich der Liesingbach als wahres Naturidyll durch den 23. Wiener Gemeindebezirk. Durch zahlreiche Verbauungen war von diesem Zustand bis Ende der 1990er-Jahre nichts mehr übrig.

Liesing

Beginnend 1997 wurde die Renaturierung des Abschnitts Willergasse an der Au bis Ambrossteg von der Magistratsabteilung 45 - Wiener Gewässer in Angriff genommen.

Von 2002 bis 2006 wurde eine lange Renaturierungsstrecke im Rahmen eines LIFE-Projekts zwischen Kledering und der Großmarktstraße rückgebaut.

Ein Lückenschluss in diesem Bereich wurde 2011 innerhalb dieser Strecke begonnen: als Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) wurde beginnend mit dem Bereich entlang der Pottendorfer Linie gestartet. Durch das Entfernen des betonierten Bachbetts wurde der Naturzustand des Gewässerbodens wieder weitgehend hergestellt. Neu geschaffene Strukturen in der Flusssohle, kleine Buchten und Flachwasserzonen dienen verschiedenen Wasserorganismen, wie Insektenlarven und Kleinkrebsen, als Lebensräume. Diese sind in weiterer Folge wiederum Nahrungsgrundlage für viele Fisch- und Vogelarten. Kolke bieten größeren Fischen einen Lebensraum, flache Uferbereiche sind vor allem für Jungfische von Bedeutung. Die Uferbereiche wurden begrünt und neu gestaltet.

2015 wurden ähnliche Maßnahmen zwischen Ambrossteg und Kaiser-Franz-Josef-Straße auf einer Länge von ca. einem halben Kilometer gestartet. Um das Wanderverhalten der Fische nicht einzuschränken wurde im Bereich des Ambrosstegs eine nicht passierbare Sohlschwelle umgebaut. Bachforelle, Bachschmerle, Elritze und Koppe haben sich den neuen Lebensraum bereits zurückerobert! Weiters wurden auch hier die Ufer abgeflacht und der Uferbereich mit 350 neuen Laubbäumen strukturiert. Entlang der rechten Uferseite wurde ein neuer Weg entlang des renaturierten Teilstückes zwischen Ambrossteg und Reulingweg geschaffen. Ein Holzsteg führt über die Dürre Liesing zum neu geschaffenen Erholungsgebiet.

 

Renaturierung des Liesingbachs – die Bauabschnitte:

Gütenbach

Der Gütenbach ist ein 7 km langer Bach im Südwesten von Wien. Wie die Liesing selbst, deren Zubringer er ist, zählt der Gütenbach zu den „Wienerwaldbächen“. Ein rund 245 Meter langes Teilstück des Bachs wurde im Mündungsbereich in die Liesing im Zuge der Maßnahmen der Stadt Wien ebenfalls umgestaltet. Die Pflasterung im Flussbett wurde entfernt und natürliches Sohlsubstrat aufgetragen. Steine und Wurzelstöcke wurden versetzt und Weidenstecklinge gepflanzt. Die Weidenhölzer sollen eine rasche Sicherung der Böschung gewährleisten.

Gewässertechnische Maßnahmen, Hochwasserschutz und die Gestaltung eines attraktiven Naherholungsgebietes wurden bei den durchgeführten Projekten zu einem Gesamtkonzept verwoben. Unterstützt wurden die Maßnahmen vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Rahmen des Umweltförderungsgesetzes zur Umsetzung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans.

Veröffentlicht am 14.02.2017, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung IV/3)