Der Pegel Feldbach/Raab – Umweltinformation aktuell und zeitgemäß

Die neue Messstelle verbindet die Erfordernisse einer exakten Erhebung hydrologischer Daten mit der Anforderung die Öffentlichkeit anschaulich zu informieren.

Der gläserne Pegel

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Raab wurde der Pegel Feldbach neu errichtet. Die Besonderheit des Pegels ist seine Konstruktion aus Glas. Damit kann die Entwicklung der hydrologischen Kennwerte: Wasserstand, Wassertemperatur, Niederschlag und Lufttemperatur in Echtzeit verfolgt werden. Dazu ist die Messstelle mit einer Drucksonde, einem Ombrometer und einem LED-Displays zur Anzeige ausgestattet (Bild 1 der Bildergalerie).

Pegel(vor)geschichte

Der Pegel Feldbach hat im Laufe seiner Geschichte schon einige Veränderungen durchgemacht. Gegründet wurde der Pegel im Jahr 1920. Damals lag er noch am linken Ufer an der kleinen Brücke zur Mühlgasse. 1923 wurde er dann ans rechte Ufer verlegt. Damals erfolgte die Messung noch händisch, indem man den Wasserstand täglich am Lattenpegel ablas. Im Jahr 1934 wurde der Pegel 300 Meter flussaufwärts versetzt, wo er sich bis heute befindet. Schon 1931 stattete man den Pegel mit einem Pegelschreiber aus, der den Wasserstand kontinuierlich aufzeichnen konnte. Ab 1962 wurde zusätzlich noch die Wassertemperatur gemessen. Danach war es lange ruhig um den Pegel, bis im Jahr 1991 die erste Fernübertragung mittels DFÜ-Verbindung installiert wurde. Seit 1998 misst eine Sonde kontinuierlich Wasserstand und Wassertemperatur und die Daten werden digital gespeichert. Das Bild 2 der Bildergalerie zeigt das Aussehen der Messanlage vor Errichtung des neuen Pegels,

Hydrographische Charakteristik der Raab

Die Raab hat am Pegel Feldbach ein Einzugsgebiet von 689,4 km² (Bild 3). Der mittlere Abfluss beträgt etwa 5 m³/s. Von Hochwasser spricht man ab einem Durchfluss von 85 m³/s (HQ1), die HQ10 Grenze liegt bei 171 m³/s, die von HQ100 bei 260 m³/s. Im Gegensatz dazu kann die Wasserführung an der Raab auch sehr gering ausfallen. Das geringste am Pegel jemals gemessene Tagesmittel beträgt nur mehr 0,24 m³/s (240 Liter/s). Betrachtet man die Ganglinien der maximalen, minimalen und mittleren Abflüsse fällt auf, dass sich kein eindeutiges Jahresregime mit charakteristischen Hoch und Tiefs ausbildet, vielmehr können an der Raab das ganze Jahr über Hoch- und Niederwasserperioden auftreten (Bild 4).

Die mittlere Jahresniederschlagssumme beträgt im österreichischen Raabgebiet ca. 810 mm (1 mm entspricht 1 Liter Wasser pro m²). Das Bild 5 zeigt, dass die Jahresniederschlagssumme sehr unterschiedlich sein kann. In trockenen Jahren werden nicht einmal 600 mm, in feuchten Jahre über 1000 mm erreicht.

Schutz und Erholung im Einklang

Für den Hochwasserschutz wurde der Fluss im Stadtbereich von Feldbach aufgeweitet, Dämme und Ufermauern bis zu einem Meter erhöht und abgedichtet. Die Gestaltung erfolgte so, dass der Flussabschnitt begehbar ist und als neues Naherholungsgebiet dient. In der jetzigen Form schützen die Maßnahmen vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Der Pegel dient dabei nicht nur der Warnung vor drohender Gefahr, sondern liefert die Daten die notwendig sind, auch in Zukunft einen ausreichenden Schutz zu gewähren.

Hochwasservorhersage Raab

Das Hochwasserprognosemodell Raab liefert für das gesamte Einzugsgebiet der Raab Abflussprognosen bis 48 Stunden in die Zukunft. Aktuelle Pegelinformationen für Österreich finden Sie auf eHYD, der Informationsplattform der Hydrographie Österreichs.

Veröffentlicht am 18.06.2015, Abteilung IV/4 - Wasserhaushalt