Hydrographische Übersicht Österreichs – August 2017

Mit +2,0 °C über dem vieljährigen Mittelwert war der August außergewöhnlich warm. Sommerliche Hitzeperioden wurden durch kontinentale Tiefdruckgebiete mit Unwetterereignissen unterbrochen. Wenig Niederschlag gab es im Norden und Osten des Bundesgebietes. Einige Lacken im Seewinkel trockneten aus.

Hochsommerliche Hitzeperioden wurden nur kurzfristig durch Unwetter unterbrochen.

Die Abweichung vom vieljährigen Temperaturmittelwert lag regional gleichmäßig verteilt, zwischen 1,5 °C und 2,4 °C. Nach den Jahren 1807, 1992, 2003 und 2015 war der August 2017 der fünfwärmste August in der 251-jährigen Messgeschichte der ZAMG. Am wärmsten war es im östlichen Weinviertel, im Burgenland und in der Südsteiermark, wo an einigen Messstellen Abweichungen von +2,5 – 2,9 °C gemessen wurden. Auffallend auch, dass es im Mittel zwei- bis dreimal mehr heiße Tage gab.

Regional unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse, im Norden und Osten blieb es trocken.

Der Niederschlag war im August regional sehr unterschiedlich verteilt. Mit Ausnahme von Niederösterreich und dem Burgenland gab es in allen anderen Bundesländern sowohl Gebiete mit überdurchschnittlichen, als auch unterdurchschnittlichen Monatsniederschlagssummen. Der Grund für diese unterschiedliche Verteilung lag am durchwegs konvektiven Charakter der Niederschlagsperioden, mit relativ lang anhaltenden Starkniederschlägen in den Regionen südlich und nördlich der Alpen, vom Ötztal bis zum Wechselgebiet. Diese Starkniederschläge verursachten in relativ kleinen Gewässereinzugsgebieten in Salzburg, in Kärnten und im oberen Murtal in der Steiermark regional Überschwemmungen, Murenabgänge, Hangrutschungen und Hagelschäden. Im Gegensatz dazu blieb es im Wald- und Weinviertel und im nördlichen Burgenland besonders trocken.

Starkniederschläge verursachen Schäden in kleinen Einzugsgebieten.

Die Abflüsse in den Gewässern Österreichs waren im August geprägt von längeren niederschlagsfreien hochsommerlichen Hitzetagen, die von Tiefdruckgebieten aus dem Westen mit regional unterschiedlichen Starkniederschlägen unterbrochen wurden. Diese kontinentalen Tiefdruckgebiete verursachten in vielen Gebieten in Österreich regional intensive Starkniederschläge mit den entsprechenden Schadensfolgen wie Hangrutschungen, Murenabgänge, Hagel und Sturmschäden.

Auf Grund der Niederschlagscharakteristik, ereigneten sich die höchsten Abflusswerte an Gewässerabschnitten mit kleinen, unbeobachteten Einzugsgebieten. Da der Durchzug der Störungsfronten durch ausgedehnte Hochdruckgebiete über Osteuropa blockiert wurde, konzentrierten sich die konvektiven Gewitterereignisse auf Einzugsgebiete im Südosten von Tirol, im Salzburger Pinzgau, Pongau und Lungau, sowie auf das obere Murtal in der Steiermark. In diesen Gebieten erreichten die Abflussspitzen auch an einigen Pegeln der Hydrographie zum Teil sehr seltene Auftrittswahrscheinlichkeiten.

Die Niederwasserperiode im Norden und Osten hat noch kein Ende.

Wesentlich weniger Unwetter mit Hochwasserschäden ereigneten sich im Norden und Osten Österreichs. Die niederschlagsarme Periode im Wald- und Weinviertel verlängerte sich um ein weiteres Monat und verschärfte damit auch die seit Monaten anhaltende Niederwassersituation an der Thaya, an der March und im Raab- Rabnitzgebiet. Am Pegel Raabs an der Thaya im Waldviertel betrug die Abflusssumme im August nur etwas mehr als 10 Prozent vom vieljährigen Monatsmittelwert, an der March und an der Raab war die Abflussfracht mit ca. 30 % ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt. Im burgenländischen Seewinkel trockneten einige Lacken fast vollständig aus (siehe dazu die Bilder in der Fotogalerie).

Grundwasser

In Vorarlberg und im Westen Tirols sank das Grundwasser im August zunächst ab und stieg dann zwischen 8. und 13. August eine Zeit lang an. Das neuerliche Absinken wurde zwischen 18. und 20. August von einem weiteren meist kleineren Anstieg unterbrochen. Im Norden und Osten Österreichs herrschten meist sinkende Verhältnisse. Sonst waren die Grundwasserverhältnisse auch oft kleinräumig sehr unterschiedlich. In mehreren schnell reagierenden Gebieten wurden Grundwasserspitzen um den 7., 11. und 20. August registriert. Einige langsam reagierende Gebieten zeigten zwischen 4. und 12. August einen Anstieg.

Die Lange Lacke und der Oberer-Stinker See im Burgenland trockneten im August 2017 fast vollständig aus.

Veröffentlicht am 26.09.2017, Wasserhaushalt (Abteilung IV/4)