Hydrographische Übersicht Österreichs – Juni 2017

Der Juni war überdurchschnittlich sonnig und an vielen Tagen sehr warm. Besonders im Norden und Osten Österreichs wurde die ungewöhnliche Trockenperiode um ein weiteres Monat verlängert. Wenig Niederschlag und hohe Temperaturen verursachen Schäden in der Landwirtschaft und eine Niederwassersituation an vielen Gewässern.

Eine Hitzeperiode bereits im ersten Sommermonat.

Entsprechend der mittlerweile 251-jährigen klimatologischen Messgeschichte Österreichs (ZAMG) gab es bisher nur einen Juni, der wärmer war als der im Jahr 2017 und das war jener im - damals als Jahrhundertsommer bezeichneten - Jahr 2003. Damit setzt sich der durch den anthropogen beeinflussten Klimawandel eingeleitete Trend zu immer höheren Temperaturen fort. Auffallend und extrem war auch die früh im Sommer einsetzende und über mehrere Tage andauernde Hitzewelle in der zweiten Juni-Monatshälfte. Ähnlich wie im Jahr 2003 dauerte die Serie von Hitzetagen ohne Unterbrechung zehn Tage an.

Wie im Mai, gab es auch im Juni viel Sonne und wenig Niederschlag.

Der überwiegend sehr warme Juni brachte überdurchschnittlich viele Sommertage und reihte sich unter die vier sonnigsten Juni der Messgeschichte. Das vieljährige Mittel an Sonnenstunden wurde um 30 % übertroffen. Über viele Tage war der Juni 2017 - vor allem im Norden und Osten Österreichs - ausgesprochen trocken. Die geringen Niederschläge und die durch die hohen Temperaturen angetriebene Verdunstung verstärkten die Austrocknung der Böden. Mit Ausnahme von Kärnten wurde das vieljährige Juni-Mittel der Niederschlagssumme in keiner Region erreicht. Am trockensten mit Defiziten von 60 bis 70 % blieb es in Ober- und Niederösterreich und in Wien.

Die Niederwasserperiode im Süden, Osten und Norden Österreichs setzt sich fort.

Besonders im Norden und Osten Österreichs verstärkt in vielen Einzugsgebieten die auch im Juni anhaltende niederschlagsfreie Periode die Niederwassersituation. An vielen Messstellen wird die mittlere Juni-Abflussfracht nicht erreicht. Die auf die Fläche Österreichs umgerechnete Abflusssumme im Juni 2017 beträgt nur etwas mehr als 60 % der vieljährigen mittleren Monatsfracht. Besonders stark ausgeprägt ist die Niederwasserperiode im Norden und Osten Österreichs. Nennenswerte Niederschläge gab es nur in den letzten Junitagen im Süden von Osttirol über Kärnten bis in den Südwesten der Steiermark. Trotzdem blieb auch hier die Abflussfracht mit 40 bis 60 % unter dem vieljährigen Mittelwert. Nur am Rhein, am Inn und an der Salzach fiel das Defizit mit minus 15 bis minus 25 % nicht allzu heftig aus.

Die Abflüsse im Waldviertel - so gering wie noch nie in dieser Jahreszeit beobachtet.

Als Folge der anhaltend niederschlagsarmen Periode und der durch hohe Temperaturen verstärkten Verdunstung im Juni 2017 fiel der Abfluss am Pegel Raabs an der Thaya vom 4.6. bis zum 28.6. unter die niedersten seit 1959 gemessenen Tagesmittelwerte. Der Juni-Monatsmittelwert erreichte hier nur etwas mehr als 10 % des vieljährigen Mittels. Auch an der March wurden nur 30 % der mittleren Juni-Abflussfracht gemessen. Selbst an der Donau wurden an einigen Tagen die geringsten Abfluss-Junitagesmittel seit mehr als hundert Jahren beobachtet. Die Abfluss-Bilanz 2017 zeigt mittlerweile ein Defizit von fast einem Viertel.

Grundwasser

In vielen Grundwassergebieten Österreichs verblieb das Grundwasser im ersten Junidrittel bei etwas Bewegung auf annähernd gleichem Niveau oder stieg etwas an. Danach sank es ab und stieg ab dem 24. Juni wenige Tage wiederum etwas an. In anderen Gebieten wurden von Anfang Juni an sinkende Werte registriert, im letzten Monatsdrittel dann aber ebenfalls einige Tage lang steigende Werte. In Ober- und Niederösterreich herrschten in den großen Grundwassergebieten jedoch durchwegs sinkende Verhältnisse.

Veröffentlicht am 05.07.2017, Abteilung IV/4 – Wasserhaushalt

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