Hydrographische Übersicht Österreichs - Juli 2017

Zwei Hitzewellen und schwere Unwetter mit zum Teil erheblichen Schäden prägen den Juli 2017. Die Niederschlagsmengen waren sehr unterschiedlich verteilt. Im Bergland von Vorarlberg bis zum Wechsel war es nass, der Süden und Osten hingegen blieb trocken. Die Niederschläge im letzten Monatsdrittel brachten nur eine kurze Unterbrechung der Niederwassersituation.

Eine Hitzeperiode wird durch Unwetter unterbrochen

Auch im Juli sorgten zwei Hitzeperioden über mehrere Tage für Temperaturen weit über 30 °C und einen mit ca. +1 °C überdurchschnittlichen Monatswert. Dass diese Abweichung nicht noch höher ausfiel, verhinderte ein Kaltlufteinbruch im letzten Monatsdrittel.

Trotz vieler Starkregenereignisse blieb es im Osten weiterhin trocken.

Das Flächenmittel des Niederschlags im Juli zeigt zwar einen um 10 Prozent über den Durchschnitt der Vergleichsreihe liegenden Wert, die Verteilung der Niederschläge war aber regional sehr unterschiedlich. In den bis zur letzten Juliwoche von Trockenheit betroffenen Gebieten in Ober- und Niederösterreich, brachte der Kaltluftzustrom aus Nordwest, verbunden mit Niederschlägen, eine Linderung.

Niederschlagsarme Regionen und Gebiete mit Starkregenereignissen lagen oft nicht weit auseinander. Schwere Unwetter sorgten in einigen Teilen Österreichs für erhebliche Schäden. Am 10. Juli gab es im Zuge eines heftigen Gewitters Hagelschauer südlich von Wien, in den südlichen Bezirken von Wien sowie im Bezirk Gänserndorf.

Trotz der überdurchschnittlichen Niederschlagssumme im Juli, weist sowohl die Niederschlagsbilanz der vergangenen 12 Monate (August 2016 bis Juli 2017) als auch die Bilanz 2017 (Jänner bis Juli) weiter ein Defizit von fast 20 Prozent in Relation zum Österreichmittel der Periode 1981 2010 auf.

Über viele Tage Niederwasser im Osten, Süden und Norden Österreichs.

Die bis zum letzten Monatsdrittel anhaltende niederschlagsarme Periode prägt auch im Juli das Abflussgeschehen in Österreich. An vielen Tagen liegen die Abflusswerte vieler fernübertragener Messstellen im Süden, Osten und Norden Österreichs im Niederwasserbereich. Wie schon im Juni unterschreiten auch im Juli die Tagesmittelwerte am Pegel Raabs an der Thaya die bisher beobachteten kleinsten Abflusswerte deutlich. Erst in der letzten Juliwoche steigt hier der Abflusswert an wenigen Tagen bis zum Mittelwert an. Auch im Süden von Kärnten an der Gail wurden Abflüsse gemessen, die vor allem in den ersten 3 Wochen des Monats fast durchwegs im Bereich der niedersten je gemessenen Abflusswerte liegen. Eine um ca. 30 % überdurchschnittliche Monats-Abflussfracht wurde nur im Westen Österreichs an der Bregenzer Ach erreicht.

Unwetterereignisse mit Starkregen erzeugen im letzten Monatsdrittel vor allem in Kärnten Abflussspitzen mit einem raschen Anstieg vom Niederwasser zum Hochwasser, reichen aber nicht aus um den Abfluss länger über den Mittelwert zu halten. Mittlere Abflussverhältnisse wurden nur an den Pegeln Salzburg/Salzach und Krottendorf/Lavant gemessen. Alle anderen Messstellen blieben auch im Juli, trotz überdurchschnittlicher Niederschlagssumme, unter dem Monatsmittelwert.

Grundwasser

In langsam reagierenden Grundwassergebieten herrschten im Juli überwiegend sinkende oder bei etwas Bewegung annähernd gleichbleibende Verhältnisse. Ab dem 24. Juli wurden dann vielerorts steigende Grundwasserstände beobachtet. Doch setzte meist in den letzten Julitagen wiederum die Absinkphase ein. Die Ganglinien schnell reagierender Gebiete zeigten mehrheitlich Spitzen um den 15. und 27. Juli, im Westen auch um den 3.Juli.

Veröffentlicht am 11.08.2017, Wasserhaushalt (Abteilung IV/4)