Mit dem Klima ändert sich auch die Wassertemperatur der Donau

Die Zeitreihen der Hydrographie geben Aufschluss über die Veränderung des Temperaturregimes der Donau in den vergangenen 110 Jahren.

Wie wird die Wassertemperatur gemessen?

Die Art der Entstehung der Daten hat sich im Verlauf der Messstellengeschichte verändert. Bevor die Daten kontinuierlich und in digitaler Form von einem Datensammler aufgezeichnet wurden, maß man die Temperatur einmal täglich mit einem Schöpfthermometer oder die Temperatur wurde mit einem analogen Schreibgerät aufgezeichnet und als Tagesmittelwerte festgehalten.

Im Hydrographischen Jahrbuch von Österreich wird die Wassertemperatur in Form von Monatsmittelwerten dargestellt. Dieser Wert wird entweder aus den Tagesmittelwerten der Datensammler bzw. analogen Schreibgeräten, oder aus den Messungen mit dem Schöpfthermometer (siehe Bild 4 der Bildergalerie) errechnet. Um eine Trendanalyse durchführen zu können, muss die unterschiedliche Erfassung der Daten berücksichtigt und die Datenreihe gegebenenfalls korrigiert bzw. homogenisiert werden. Wenn an einer Messstelle in der Vergangenheit die Temperatur um 07:00 Uhr mit dem Schöpfthermometer gemessen wurde und die Messstelle auf Datensammler umgestellt wurde, ist auch der Temperaturwert dieses Zeitpunktes aus den Datensammlern zu verwendet, um vergleichbare Monatsmittelwerte der Temperatur zu erhalten.

Nur durch die Homogenisierung der Daten können langfristige Entwicklungen beschrieben werden. Entscheidend für die Aussagekraft vieljähriger Daten ist die lückenlose Messung und die Qualitätsprüfung durch den Hydrographischen Dienst.

Die Entwicklung der Wassertemperatur in den letzten 110 Jahren

Der Anstieg der globalen Lufttemperatur, als Folge des Klimawandels, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die, von Menschen freigesetzten Treibhausgase zurückzuführen. Als Folge des Klimawandels wird oft auch ein häufigeres Auftreten von Extremereignissen – wie Hochwasser oder Trockenperioden – angenommen.

Tatsächlich macht sich der Klimawandel auch in der österreichischen Donau bemerkbar. Das Bild 1 der Galerie zeigt die Entwicklung der Wassertemperatur an drei verschiedenen Messstellen der Donau. Es ist deutlich erkennbar, dass sich die mittlere jährliche Wassertemperatur [MJWT] in den letzten 110 Jahren erhöht hat.

Folgt man dem Trend des Anstieges seit Anfang des 20. Jahrhunderts, ist das Jahresmittel am Pegel Linz/Donau von 8,6°C auf 10,2 °C – also um 1,6 °C –  gestiegen. Die Grafik (Bild 1 der Galerie) lässt auch erkennen, dass der Anstieg der Temperatur keinesfalls in allen Zeitabschnitten gleich ausfiel. Zwei Drittel des Gesamtanstieges – also etwa 1°C - passierte in den letzten 30 Jahren. Der Vergleich mit den Lufttemperaturdaten (Bild 3 der Galerie) der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt, dass die Lufttemperatur der Haupteinflussfaktor für die Erwärmung ist. Wenn diese steigt, erhöht sich auch die Wassertemperatur.

Mit dem Ansteigen der Lufttemperaturen verändern sich auch andere Klimaparameter. Faktoren wie früher einsetzende Schneeschmelze oder höhere Verdunstung beeinflussen die Wassertemperatur und machen es schwierig saisonale – jahreszeitliche – Unterschiede in der Entwicklung der Wassertemperaturen zu erklären.

Die Wassertemperatur erhöhte sich im Herbst am stärksten

Vergleicht man die Veränderungen der Wassertemperatur in den vier Jahreszeiten, so sind deutliche Unterschiede zu erkennen, die sich nicht immer mit dem Verhalten der Lufttemperatur erklären lassen (Bild 2 der Galerie). Der deutlichste Anstieg wurde im Herbst (+2°C) verzeichnet. Hier stieg der saisonale Jahresmittelwert im Vergleich zum Frühjahr (+1°C) doppelt so stark an. Um Fragestellungen wie diese zu beantworten, muss der Wasserkreislauf weiterhin durch den Hydrographischen Dienst kontinuierlich überwacht werden.

Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft

Die zeitliche Veränderung des Abflussgeschehens im Jahresverlauf oder die Veränderung der Fischbestände hin zu wärmeliebenden Arten sind nur zwei Beispiele für die komplexen Veränderungen in unseren Flusslandschaften.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen eines geänderten Temperaturregimes auf die Gewässerökologie und die Wasserwirtschaft, finden sie in zwei Studien an denen das BMLFUW beteiligt war. Mit den Verweisen in der Linkliste dieses Artikels können diese Untersuchungen zur Gänze herunter geladen werden.

Um noch mehr über den Klimawandel und seine meteorologischen Folgen zu erfahren, empfehlen wir die Homepage der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.. 

Veröffentlicht am 24.11.2015, Abteilung IV/4 - Wasserhaushalt