Qualitätszielverordnung Chemie Oberflächengewässer – QZV Chemie OG

Vorgaben zur Beurteilung des chemischen Zustands von Oberflächengewässern

Gemäß § 30a Abs. 2 Wasserrechtsgesetz (WRG 1959) sind mit Verordnung die zu erreichenden Zielzustände sowie die im Hinblick auf das Verschlechterungsverbot maßgeblichen Zustände für Oberflächengewässer mittels charakteristischer Eigenschaften sowie Grenz- oder Richtwerten näher zu bezeichnen.

Insbesondere sind für chemische Schadstoffe der gute chemische Zustand sowie die chemischen Komponenten des guten ökologischen Zustandes in Form von Umweltqualitätsnormen auf der Grundlage des Anhangs F festzulegen.

Durch die Qualitätszielverordnung Chemie Oberflächengewässer, BGBl. II Nr. 96/2006, wurden Umweltqualitätsnormen zur Beschreibung des guten chemischen Zustandes und der chemischen Komponenten des guten ökologischen Zustandes für synthetische und nicht-synthetische Schadstoffe in Oberflächenwasserkörpern festgelegt. Weiters wurden die maßgeblichen Zustände für die Anwendung des Verschlechterungsverbots beschrieben. Diese Verordnung gilt für alle Oberflächenwasserkörper (§ 30a Abs. 3 Z 2 WRG 1959) einschließlich erheblich veränderter sowie künstlicher Oberflächenwasserkörper (§ 30b Abs. 3 Z 1 und 2 WRG 1959).

Mit Erlass des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zur Qualitätszielverordnung Chemie vom 8. Juni 2006, BMLFUW-UW.4.1.4/0005-I/4/2006, soll sichergestellt werden, dass bestimmte, aus technischer sowie rechtlicher Sicht wesentliche Gesichtspunkte Berücksichtigung finden.

Novellierung der Qualitätszielverordnung Chemie Oberflächengewässer durch BGBl. II Nr. 461/2010:

Aufgrund der Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik sind sowohl neue Stoffe aufzunehmen als auch die Jahresdurchschnitts-Umweltqualitätsnorm anzupassen und die zulässige Höchstkonzentrations-Umweltqualitätsnorm aufzunehmen.

Die Richtlinie 2009/90/EG der Kommission zur Festlegung technischer Spezifikationen für die chemische Analyse und die Überwachung des Gewässerzustands enthält Mindestkriterien für Analysenmethoden und Festlegungen für den Umgang mit Analysenwerten unter der Bestimmungsgrenze bzw. Nachweisgrenze bei der Mittelwertbildung.

Die Qualitätszielverordnung Chemie Oberflächengewässer wurde mit BGBl. II Nr. 461/2010 zur Anpassung an diese beiden Richtlinien novelliert. Dabei wurden insbesondere die durch die Richtlinie 2008/105/EG für 33 prioritäre Stoffe und 8 bestimmte andere Schadstoffe festgelegten Umweltqualitätsnormen in nationales Recht umgesetzt. Die Umweltqualitätsnormen dieser 41 gemeinschaftlich geregelten Stoffe definieren den guten chemischen Zustand.

Die Novelle, BGBl. II Nr. 461/2010, ist am 1. Jänner 2011 in Kraft getreten.

Veröffentlicht am 15.01.2015, Abteilung IV/1 - Wasserlegistik und -ökonomie