Hydrochemische Karte Österreichs 2017

Die aktualisierte Karte zeigt einen Überblick der Hauptinhaltsstoffe in den heimischen Gewässern. Der dazugehörende Bericht enthält weiterführende Informationen zu diesen „Hauptionen“, zu denen auch jene Stoffe zählen, die die Wasserhärte bestimmen.

Im Allgemeinen machen nur einige wenige Inhaltsstoffe mehr als 99 % des Lösungsinhalts des Grundwassers und der Fließgewässer aus. Dazu zählen die sogenannten Hauptionen, die sich in die Kationen Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium und die Anionen Hydrogenkarbonat, Sulfat, Chlorid und Nitrat aufteilen, untergeordnet noch Eisen, Mangan und eine Reihe von Spurenstoffen. Letztere finden sich etwas stärker angereichert in den Tiefengrundwässern und Mineralwässern.

Von besonderem Interesse in Bezug auf unser Trink- bzw. Brauchwasser ist dabei die „Wasserhärte“, die vom Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen abhängig ist. Sie werden auch Kalkbildner genannt. Je höher der „Kalkgehalt" ist, desto härter ist auch das Wasser. Die Wasserhärte trägt maßgeblich zum Geschmack des Trinkwassers bei. Kalkhaltiges Wasser wirkt sich auch günstig auf Knochenbau, Zähne, Herz und Kreislauf aus, weil es dem Organismus das wichtige Spurenelement Calcium liefert. In Österreich stammt das benötigte Trinkwasser zu fast 100% aus den Grundwasserreserven.

Je härter das Wasser jedoch ist, umso mehr Waschmittel wird durch die Kalkbindung benötigt. Ein nachteiliger Nebeneffekt ist auch das Ausfällen des Kalkes beim Erhitzen. Dies kann zum Verkalken von Rohrleitungen, Boilern, Waschmaschinen und anderen Geräten führen.

In der nun aktuell vorliegenden Hydrochemischen Karte werden die Hauptionen der oberflächennahen Grundwässer und Fließgewässer mit Daten aus den Jahren 2006-2015 klassifiziert und dargestellt.

In der Trinkwasserverordnung ist festgelegt, über welche Analysenergebnisse die jeweiligen Wasserversorger einmal im Jahr informieren müssen. Wer also ganz genau wissen möchte, wie hoch die Wasserhärte des eigenen Trinkwassers ist, findet diese Informationen oftmals bereits auf der Wasserrechnung oder über entsprechende Informationsblätter der Gemeinden.

Hintergrundinformation

Die natürliche Zusammensetzung des Grundwassers und der Fließgewässer wird durch die Zusammensetzung der Böden und der geologischen Beschaffenheit der Gesteine geprägt, mit denen das gute Lösungsmittel Wasser in Kontakt kommt. Analysen der Inhaltsstoffe des Wassers geben wiederum wesentliche Informationen über dessen Herkunft.

Die Löslichkeit der Gesteine, die Aufenthaltszeit des Grundwassers im Grundwasserleiter und die Fähigkeit zum Ionenaustausch stellen entscheidende Kriterien für die Zusammensetzung dar. Dabei werden gerade die oberflächennahen Grundwässer und die Fließgewässer mehr oder weniger stark von menschlich verursachten direkten oder indirekten Stoffflüssen beeinflusst und sind somit in der Regel nicht mehr als vollkommen natürlich anzusehen.

Veröffentlicht am 27.11.2017, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung IV/3)